Was bleibt? | Eine positive Bilanz des Lockdowns | gefördert durch die Claussen-Simon-Stiftung

Was bleibt?

Corona hat alles ganz schön verändert. Wir alle leben nie Gelebtes. 

Und nun, nach vielen Monaten Lockdown, scheinen wir an einem spannenden Punkt angelangt zu sein. Ein Punkt, an dem Alles neu geordnet wird. An dem wir Altes neu entdecken und unsere Welt in gewisser Weise mit neuen Augen sehen. Vieles schürt unsere tiefsten Ängste und Unsicherheiten. Manche sind traurig oder sorgen sich, Andere schäumen vor Wut und verbreiten wirre Verschwörungstheorien und wieder Andere schöpfen Mut und Kraft aus den neuen Gegebenheiten und finden kreative Lösungen für Probleme, die zuvor unlösbar schienen. 

Der Zukunftsforscher Matthias Horx vergleicht die verschiedenen Phasen einer Krise mit der Trauerarbeit, die ein Mensch leisten muss, wenn er Jemanden verliert. Die ersten Phasen der Krise seien von „Leugnung, Ignoranz, Wut und Zorn.“ bestimmt, darauf folgen, so Horx, schließlich Akzeptanz, Verhandlung, Neubeginn. Wie also könnte dieser Neubeginn nun aussehen? Welche positiven Entwicklungen hin zu einer besseren Welt können wir, nach über einem Jahr Pandemie, bereits verzeichnen? Welche Denkweisen bleiben uns nach dieser Krise womöglich erhalten, die für eine neue Epoche stehen könnten? Und vor Allem: Was kann uns von düsteren Gedanken abbringen und uns Kraft schenken, um weiter durchzuhalten? 

Denn, dass es sich lohnt, sich für eine Zukunft zu engagieren, in der wir das Verhältnis zu unserem Planeten verbessern, hat Corona uns bereits gelehrt. 

Mit dem Projekt „was bleibt?“ möchte ich meine gestalterische Kraft als Illustratorin nutzen, um eine positive Bilanz der Pandemie zu ziehen. „Was bleibt?“ richtet seine Aufmerksamkeit auf aktuelle soziale, ökonomische und ökologische Zeichen und Phänomene, die derzeit dafür sprechen, dass sich unsere Umwelt zu regenerieren beginnt. So kehren beispielsweise viele Tiere in Gebiete zurück, in denen es Ihnen zuvor zu dreckig oder zu laut war. Wissenschaftler sprechen vom Phänomen der „Anthropause“ und meinen damit die Unterbrechung des negativen menschlichen Einflusses auf unsere Umwelt. Meine visuellen Kommentare werden auf Postkarten gedruckt und über einen Zeitraum von 12 Monaten Hamburger Passant*innen kostenlos zur Verfügung gestellt. Meine Karten findet man aktuell an 9 verschiedenen Orten in Hamburg: Sie hängen in wetterfesten Boxen im Kulturladen St. Georg, in der Koppel 66, in der Buchhandlung Deichtorhallen, im Haus 3, im Zeise Kino, im Kulturzentrum Motte, in der Claussen- Simon- Stiftung, an der Pony Bar und im Café Kraweel.

Ich hoffe sehr, dass Sie vielen Hamburger Passant*innen Freude bereiten und dafür Sorgen, dass mehr Gute Nachrichten in diesen manchmal so schwierigen Zeiten verbreitet werden. 

Das Projekt wird mir durch die https://www.claussen-simon-stiftung.de/de/ ermöglicht, bei der ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte.